Wir sagen Ja- standesamtliche Trauung auf der Zugspitze

Am 16.07.2016 starteten wir eine Tour durch das Rheintal auf die Zugspitze. Oben angekommen erhielt ich ganz unerwartet einen Heiratsantrag <3

Nachdem mein Verlobungsring kurz danach, beim Enger machen durch die Goldschmiedin, zerstört wurde, bekam ich einen Neuen. Der Wunsch bei uns war groß, dass auch dieser neue Ring noch einmal auf den höchsten Berg Deutschlands musste.

Bei einer Reportage, die wir im Fernsehen sahen, erfuhren wir, dass es möglich ist auf dem Sonnalpin der Zugspitze standesamtlich zu heiraten. Aus einer Spinnerei am Anfang, konnte also wirklich Realität werden. Auch in einigen Hochzeitsplanern findet man die Anmerkung, dass dies möglich ist. Die Idee, dort oben auch direkt zu heiraten, wurde immer konkreter. Bei einer Internetrecherche fanden wir jedoch nur wenige und teilweise falsche Informationen dazu.

Einige Telefonate und viele Emails und Faxe später, stand unser Termin zur Trauung auf der Zugspitze. Und das Planen konnte beginnen.

Aber erst einmal, wie bekommt man einen Termin auf der Zugspitze

Laut Internetrecherche sollten wir zunächst die Ehe bei unserem Wohnsitzstandesamt anmelden und uns dann telefonisch mit dem Standesamt Garmisch-Partenkirchen in Verbindung setzten. Zunächst las ich überall, dass eine Anmeldung zur Ehe maximal 6 Monate vor dem Wunschtermin erfolgen kann.

Die Nervosität bei uns stieg, denn auf der Zugspitze gibt es pro Monat nur einen Termin für die Trauungen. Und wir befürchteten keinen Termin mehr in unserem Wunschmonat Juli zu bekommen. Die Termine der standesamtlichen Trauungen findet man auf der Homepage des Standesamtes Garmisch-Partenkirchen (buergerservice.gapa.de/de/rathaus/heiraten-in-gapa).

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, da die Internetaussagen irreführend waren. Die Reservierung des Termins für das Wunschstandesamt kann auch schon früher als die 6 Monate und ohne vorherige Anmeldung bei dem Wohnsitzstandesamt erfolgen, dies erfuhr ich in einem Gespräch mit meiner zukünftigen Schwägerin. Danke dafür 🙂

Die Anmeldung zur Ehe kann wirklich erst max. 6 Monate vorher erfolgen. Also habe ich in Garmisch-Partenkirchen angerufen und nachgefragt, was ich so alles benötige, um dort auf der Zugspitze zu heiraten.

Wir mussten ein kurzes Schreiben nach Garmisch faxen, in dem unser beider Anschriften, der Wunschtermin und Wunschort und ganz wichtig beide Unterschriften des Brautpaares standen. Einen Tag später kam schon die Bestätigung der Reservierung unseres Termins. Mit enthalten war ein Formular, um Angaben zu machen zu unseren Trauzeugen, ob ein Ringwechsel gewünscht ist und natürlich zum Papierkram: Anzahl der Eheurkunden, die man benötigt und die Anlage eines Stammbuches. Alles Dinge die man benötigt und extra berechnet werden.  Das Formular faxten wir wieder zurück zum Standesamt nach Garmisch.

Und für die Trauung auf dem Sonnalpin fallen eine Extragebühr von 250€ an. Wichtig ist auch, dass nur ein Fax oder der Postweg angenommen werden, Emails werden nicht berücksichtigt bei der Reservierung oder Anmeldung des Termins.

Anmeldung der Ehe

Der Termin stand also 🙂 Jetzt mussten wir nur noch einen Termin in unserem Standesamt vor Ort vereinbaren, um unsere Ehe anzumelden. Zuvor konnten wir durch ein Formular anfragen, welche Unterlagen wir benötigen. Da wir beide keine Kinder haben und noch nicht verheiratet waren, benötigten wir

– beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister, die erhält man beim Standesamt des Geburtsortes

– eine Aufenthaltsbescheinigung, die erhält man im Bürgerbüro des aktuellen Wohnorts

– ein gültiger Personalausweis.

Die Anmeldung dauerte nicht lange und der Papierkram wurde direkt von unserem Standesamt nach Garmisch-Partenkirchen geschickt. Eine Woche später rief ich noch einmal in Garmisch an, um sicher zu gehen, dass alle Unterlagen eingetroffen waren.

Organisation des Drumherums

Unserer Trauung auf der Zugspitze stand jetzt also nichts mehr im Wege. Da wir uns einig waren, dass wir an diesem besonderen Tag unsere Eltern und Geschwister nicht missen wollen, entwarfen wir zügig eine Einladungskarte. Da die Familie bis in den hohen Norden Deutschlands verteilt ist, musste frühzeitig informiert werden, damit der Urlaub auch rechtzeitig eingereicht werden kann.

Wir suchten uns verschiedene Unterkünfte in Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald heraus und schrieben diese per Email an mit der gewünschten Zimmerzahl und Datum und baten um ein Angebot. Nach 2 Wochen hatten wir uns für ein Gasthaus entschieden und ließen die Zimmer reservieren.

Ein geeignetes Restaurant für ein gemütliches Abendessen zusammen mit der Familie war auch zügig gefunden. Hier verließen wir uns auf Rezensionen im Internet. Die Reservierung des Tisches nahmen wir 10 Wochen vor dem Trautermin vor.

Jetzt fehlte nur noch der Weg auf den Gipfel. Raphael und Ich wollen unbedingt einen Tag vorher auf den Gipfel laufen und wie im Jahr zuvor im Münchner Haus übernachten. Die Unbekannte „Wetter“ ist das einzige, was uns davon abhalten könnte. Nun sind unsere Familien aber nicht so enthusiastisch mit uns hoch zu laufen. Das Standesamt hat bei der Bestätigung unseres Termins schon direkt die Telefonnummer der Bayrischen Zugspitzbahn mit angegeben. Ein Telefonat und die Reservierung der Karten war erledigt.

10 Wochen vor unserem großen Tag verschicken wir noch ein Ablaufplan, mit allen wichtigen Adressen, Uhrzeiten und Telefonnummern uns sonstigen Informationen an unsere Familie.

Jetzt warten wir gespannt auf unseren Tag und werden berichten, ob unsere Planung aufging oder wo es hakte. Und natürlich, wie die Trauung auf dem höchsten Standesamt Deutschlands in 2600m so war.