Wir haben Ja gesagt – Unsere Erlebnisse auf der Zugspitze

Aufbruch in den Süden Deutschlands

Am Vormittag des 17.07.2017 geht es los, die letzten Taschen werden ins Auto gepackt und wir starten Richtung Süden. Am Abend kommen wir relativ staufrei in Mittenwald an, wo schon ein Teil der Familie wartet. Nach einem kurzem Hallo, geht es für uns weiter. Wir übernachten im Auto nahe dem Parkplatz der Skisprungschanze in Garmisch.

Am 18.07.2017 gegen 4°° Uhr klingelt der Wecker, bis wir wach sind, etwas gefrühstückt haben und die Wanderstiefel geschnürt sind dauert es ca. 1 Stunde. Dann geht es los! Den gleichen Weg, den wir letztes Jahr schon einmal gegangen sind. Hoch auf die Zugspitze durch das Reintal. Geplant ist der Aufstieg an einem Tag bis zum Münchner Haus. Dort wollen wir dann übernachten und am nächsten Morgen früh zum Sonnalpin absteigen, wo der Standesbeamte und die Familie warten.

Der Aufstieg

Es ist ein recht schwül- warmer Tag, was den Aufstieg etwas mühsamer macht als letztes Jahr. Kurz hinter der Reintalanger-Hütte machen wir zum ersten mal eine Pause, lassen die Füße ausruhen und stärken uns bei ein paar Müsliriegeln und Wasser. Bis zur Knorrhütte kommen wir zügig voran. Danach kommt ein Tief, meine Knie schmerzen und in der Ferne hört man es grollen. Die dunklen Wolken über uns verheißen nichts Gutes. Bei mir macht sich etwas Panik breit, dass wir es nicht zur eigenen Hochzeit schaffen. Einen Tag vorher Aufzusteigen war wohl nicht die beste Idee.

Nach einer kurzen Pause und ein paar Tränen später geht es weiter. Das Gewitter ist zunächst an uns vorbeigezogen. Bis zum Sonnalpin begleitet uns ein Wanderer aus dem Ruhrgebiet, der wieder Richtung Erwald will. Am Sonnalpin angekommen wollen wir eine ausgiebige Pause machen, bei Pommes und Cola beginnt nun das Gewitter. Wir sind mittendrin und sehr froh im Restaurant zu sitzen. Immer wieder schlagen die Blitze ein. Nach einer Stunde sieht das Wetter nicht besser aus und auch die Herren der Zugspitz AG bestätigen uns, dass der weitere Aufstieg heute keinen Sinn mehr macht. Somit entscheiden wir schweren Herzens mit der Zugspitzbahn ins Tal zu fahren. Wir dürfen schon, einen Tag vor Buchung, unser Zimmer bei Fam. Brummer in Mittenwald beziehen. Die nette Frau Brummer zeigt uns zunächst das Gästehaus und hat für uns und unsere Familie einen extra Frühstücksraum hergerichtet. Dort dürfen wir den nächsten Morgen im Familienkreis frühstücken.

Nach einer warmen Dusche, die die Enttäuschung etwas erträglicher macht, fallen wir ins Bett und schlafen direkt ein.

Der Hochzeitstag

Der Wecker klingelt wieder sehr früh, denn um 8:45 Uhr fährt die Zugspitzbahn am Eibsee los. Nach einem ausgiebigen Frühstück, bilden wir Fahrgemeinschaften und jeder bekommt eine von uns gepackte Tasche mit ein paar Snacks, Getränken, Sonnencreme, Taschentüchern und weiteren Kleinigkeiten, die man so auf dem Berg brauchen könnte.

Am Zugspitzbahnhof holen Raphael und ich die reservierten Tickets ab und los geht es zum höchsten Standesamt Deutschlands. Wir fallen in Kleid und Anzug direkt auf und auch unsere Bergstiefel sind in der Bahn Gesprächsthema bei vielen Touristen.

Oben angekommen, werden wir von einem Mitarbeiter der Zugspitzbahn AG empfangen und er bietet an, uns die Räumlichkeiten zu zeigen. Da Raphael und ich erst gestern hier waren und uns bereits erkundigt hatten, verzichten wir auf das nette Angebot.

Vor der Trauung haben wir nun noch etwas Zeit, die ersten Bilder werden gemacht und auch die wunderschöne Kulisse bestaunt. Das Wetter hat sich zum Glück um einiges gebessert. Lockere Wolken mit viel blauen Himmel und Sonne erwarten uns heute.

Die Trauung

Um 10:30 Uhr betreten wir den Konferenzraum, in dem die Trauung stattfindet. Der Standesbeamte wartet schon. Der Tisch ist mit Kerzenleuchtern und Rosenblättern geschmückt und unsere Stühle mit weißen Stuhlhussen. Der Raum wirkt sehr festlich und wir können von unseren Stühlen aus dem Fenster schauen und die Berge bestaunen.

Nach einer kurzen Traurede folgt das JA Wort, bei der Aussicht fällt es schwer dem Standesbeamten ruhig zu zuhören. Ich werde immer wieder abgelenkt und verpasse fast Ja zu sagen.

Bei dem Ringwechsel und den Unterschriften sind wir dann wieder hochkonzentriert.

Wir erhalten noch den Wetterbericht des Tages als „Omen“ für unsere Ehe. Wie es sich für eine gute Ehe gehört ist natürlich alles dabei. Von Sonne über Quellwolken und Gewitter und wieder Sonnenschein. Auch die Zugspitzbahn lässt gratulieren und schenkt uns ein Stück Zugspitze.

Nach einer kurzen Fotosession geht es für unsere Familie und uns auf den Gipfel.

Top of Germany

Mit der Seilbahn geht es die letzten Höhenmeter nach oben. Dort angekommen tummeln sich viele Touristen, die uns wieder bestaunen. Raphael und ich wollen jetzt endlich zum Gipfelkreuz. Der Fellbolero wird in eine Vliesjacke getauscht und los geht es. Raphaels Trauzeuge und ich sind zügig oben. Mein Mann steht mit meinem Trauzeugen und Geschwistern im „Stau“. Als es endlich alle hochgeschafft haben, bricht ein Hagelschauer los und es wird vor einem herannahenden Gewitter gewarnt. Nur noch schnell ein paar Erinnerungsfotos und wir gehen zurück Richtung Plattform. Das Unwetter geht zum Glück so schnell, wie es gekommen ist.

So können wir noch einen Moment entlang der Plattform spazieren und die Aussicht genießen. Vor allem von der österreichischen Seite aus, denn dort tummeln sich nicht so viele Touristen.

Wir fahren wieder hinab zum Sonnalpin und genießen noch etwas die Sonne. Unsere Gäste packen ihre Lunchpakete aus und das frisch getraute Paar widmet sich den Erinnerungsfotos. Hier oben sieht einfach jeder Hintergrund gut aus.

Unzählige Touristen, meist aus dem asiatischen Raum wählen uns als Fotomotiv, was mir etwas befremdlich vorkommt. In wie vielen Fotoalben wir wohl später zu finden sind?

Gegen späten Mittag fahren wir mit unseren Gästen wieder ins Tal. Mit den Autos geht es zurück ins Gästehaus Brummer in Mittenwald.

Der Abend

Wir machen uns im Gästehaus frisch und ruhen uns kurz aus, dann geht es zum Abendessen in den Römerschanz, eine traditionelle, bayerische Wirtschaft in Mittenwald mit regionaler Küche.

Da es direkt ums Eck ist, laufen wir mit unseren Gästen gemeinsam hin. Der Wirt empfängt uns freundlich und gratuliert uns zunächst. Der Tisch, den ich telefonisch reserviert hatte, wurde schön eingedeckt, dekoriert und der Wirt hatte extra kleine Speisekarten mit unseren Namen gedruckt und für jeden Gast bereitgestellt. Raphael und ich waren sehr überrascht, da wir bei einer einfachen telefonischen Reservierung nicht mit so einem tollen Tischarrangement gerechnet hatten.

Das Essen war ebenfalls großartig und schmeckte allen Gästen. Der Wirt trug mit seiner lockeren, humorvollen bayrischen Art zu einer tollen Stimmung bei. Gut gesättigt nach anständigen Portionen und dem ein oder anderem Bier ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

 

Unser Tag

Zurückblickend war es für uns der perfekte Hochzeitstag. Auch wenn der Aufstieg am Vortag nicht so geklappt hat, wie ursprünglich geplant, ist der Rest rund gelaufen. Besser als wir es uns bei der Planung vorgestellt hatten. Auch unsere Familien schwärmen noch von dem tollen Ausblick auf der Zugspitze. Unsere standesamtliche Hochzeit ist so für uns perfekt gewesen.

Danke

Die letzten Zeilen möchten wir gerne noch nutzen, denen zu danken, die diesen Tag so unvergesslich gemacht haben:

Als erstes natürlich unseren Gästen, ohne die dieser Tag recht einsam gewesen wäre und die die tollen Eindrücke und Erinnerungen mit uns teilen.

Weiter natürlich dem Standesamt Garmisch und dem netten Standesbeamten, unglaublich, dass es möglich ist, an so einem wunderbaren Ort zu heiraten. Und dem Herrn der Zugspitzbahn AG, der uns vom weiteren Aufsteigen abriet, uns in unserer Einschätzung bestätigt hat und dafür sorgte, dass Raphael und ich ausgeschlafen und erholt an unserem Hochzeitstag waren.

Ein ganz herzliches Dankeschön geht an Familie Brummer und ihr Gästehaus in Mittenwald. Frau Brummer war schon im Vorfeld sehr flexibel bei der Zimmerplanung und auch kurzfristig waren Änderungen problemlos möglich. Sie hat viel möglich gemacht und war jederzeit Ansprechpartner für uns bei Fragen oder sonstigen Problemen. Wir waren bestimmt nicht das letzte Mal bei Ihnen.

 

Und unser i Tüpfelchen war der Abend im Römerschanz. Bei tollem Essen und Ambiente wurde so unser Tag wunderbar abgerundet. Ein großes Dankeschön an den Wirt des Römerschanz und sein tolles Team.