Winterliche Wanderung auf den Brocken

 Tourenbeschreibung:

Kurz vor dem Jahreswechsel hat es uns seit langem mal wieder in den Harz verschlagen.
Das Ziel der Tour war unter anderem ein paar Winterbilder vom Brocken zu machen.

Da wir vor einigen Jahren schon einmal auf den Brocken gewandert sind, waren wir dort quasi schon ortskundig. Fast schon routiniert parkten wir unser Auto im Parkhaus am Ortsausgang von Schierke, schnürten unsere Wanderschuhe und gingen los.

Und ja, wir hatten tatsächlich Glück mit dem Wetter, rundherum war alles grün, doch unser Ziel, der Brocken, war in weißes Puder gehüllt.

Um die 6,5 km auf den Brocken interessanter zu gestalten haben wir dieses Mal die gleiche Route gewählt wie bei unserer letzten Tour. Es geht über den Teufelsstieg hinauf. Zugegeben dieses Mal ist der Weg deutlich anspruchsvoller, da auf Grund des ständigen Wechsels zwischen Tauen und Gefrieren eine dicke Eisschicht unter dem Schnee war. Somit wurde der Weg eine einzige Rutschpartie und wir mussten uns sehr vorsichtig bewegen.

Der Weg hinauf zum Gipfel führt zunächst entlang einer Forststraße durch den Nationalpark Harz.
Nach kurzer Zeit biegt ein kleiner Pfad rechts von der Straße ab. Ab hier geht es über schmale Pfade und teils dicke Brocken (:D) hinauf.

Immer wieder überqueren wir die Straße, die auf den Berg hinaufführt und die für den allgemeinen Verkehr gesperrt ist. Die meisten der Steinbrocken unter unseren Füßen sind durch Schnee und Eis bedeckt, sodass wir trotz der Glätte recht gut vorankommen.

Auf dem Weg nach oben verpassen wir leider um ein paar Minuten das eigentliche Ziel der Tour. Kurz bevor wir an den Bahnübergang im Wald kommen passiert der Dampfzug der Brockenbahn bereits diese Stelle und da wir kurz zuvor bereits Pause gemacht haben gehen wir weiter und warten nicht bis er das nächste Mal diese Stelle passiert.

Naja später werden wir merken, dass wir für unser Ziel doch hätten warten sollen. Aber dazu gleich mehr…

Also gehen wir weiter und lassen die vielen Männergruppen hinter uns, die mit Musik und Bierdosen den Wald unsicher machen.

Kurz vor dem Gipfel kommen wir von dem kleinen Pfad wieder auf die Straße. Ab hier folgen wir dieser bis zum Gipfel… denken wir.

Kurz vor dem Gipfel kommen uns die Menschen total vermummt oder sogar rückwärtsgehend entgegen. Wir finden den Anblick zunächst sehr belustigend. Doch Meter für Meter wird der Wind immer stärker, der Schnee wird aufgewirbelt und es entwickelt sich ein regelrechter Schneesturm. Auch wir ziehen unsere Kapuzen auf, vermummen unsere Gesichert mit unseren Buffs und lassen lediglich einen kleinen Schlitz zum Durchschauen offen. Ein paar Höhenmeter vor dem Gipfel ist der Sturm so stark, dass wir uns nur noch gerade so auf den Beinen halten können und befürchten vom Wind umgeworfen zu werden. Wir können uns durch den dichten Schnee nur noch am Straßenrand orientieren, sehen kaum mehr als das was direkt vor unseren Füßen liegt, denn sobald man den Kopf ein wenig hebt bekommt man die volle Breitseite Schnee ins Gesicht.

Irgendwie eine unheimliche aber auch lustige Situation zugleich. Nach einigen Metern im Schneegestöber entschließen wir uns wieder umzukehren und den Weg ins Tal anzutreten. Dabei merken wir allerdings, weswegen die Menschen, die uns entgegen kamen teilweise rückwärts den Berg hinuntergingen. Der Wind wehte uns weiter direkt ins Gesicht, sodass wir weiterhin total vermummt Schritt für Schritt in Richtung Tal gingen. Nun waren wir der Schneemann und die Schneefrau über die sich die entgegen kommenden Menschen lustig machten. Aber wir dachten uns amüsiert, die werden auch noch merken, dass es ihnen gleich nicht anders ergehen wird.

Für den Abstieg hatten wir geplant, der Straßen einfach bis ins Tal zu folgen um nicht wieder über die teils sehr eisigen Pfade gehen zu müssen.

Auf circa der Hälfte des Weges haben wir uns jedoch überlegt, dass wir doch durch den Wald gehen könnten um vielleicht noch ein paar Bilder des Dampfzuges zu machen. Das war ja auch eigentlich der Grund der Tour.

Gesagt, getan, wir biegen in den Wald ab und setzten vorsichtig einen Schritt vor den anderen um sicher Stück für Stück weiter ins Tal zu kommen. Ein paar hundert Meter vor der Stelle an dem wir endlich unsere Fotos machen wollen passiert es allerdings. Ich bin einen kurzen Augenblick etwas unaufmerksam und rutsche auf einem abschüssigen Stück Eis aus. Und wie das „Glück“ so will lande ich genau mit dem Rücken auf einer, in meinem Rucksack befindlichen, Wasserflasche. Einige Momente bleibt mir die Luft weg, bis ich mich langsam wieder aufrapple und langsam weitergehe.

Der Rücken und der Brustkorb schmerzen und wir entschließen uns ein weiteres Mal nicht auf den Zug zu warten, sondern weiter zum Auto zu gehen. Zum Glück war der Weg von dort nicht mehr ganz so weit nach Schierke und wir erreichen doch noch recht zügig unser Auto.

Zwei Tage später geht es meine Rücken spürbar besser und wir beschließen noch einmal einen Teilanstieg auf den Berg um die geplanten Bilder zu machen. Es ist Tauwetter im Tal und der Himmel ist deutlich dunkler als bei der ersten Tour. Aber heute wollen wir unser Ziel erfüllen. Zügig kommen wir an der Stelle an und dort liegt tatsächlich, zu unserer Freude, auch noch Schnee. Nach kurzer Zeit hören wir schon, wie der Zug sich den Weg auf den Berg hinauf kämpft. Die ersten Fotos sind im Kasten. Damit sich die erneute Anreise auch lohnt warten wir, bis er die Stelle bei der Abfahrt ein weiteres Mal passiert. Und nochmal kommen weitere Fotos hinzu. Glücklich treten wir den Weg über stürzende Bäche von Tauwasser hinab ins Tal an.

 

Fazit:

Da denkt man so oft, man müsse ins Hochgebirge um was zu erleben und ein paar schwere Bergtouren zu meistern. Doch oftmals reicht auch schon ein Mittelgebirge.
Wir haben festgestellt, dass der Brocken und der Harz allgemein zu jeder Jahreszeit interessant sind.
Die Tour war zwar nicht sehr anstrengend aber trotzdem sehr interessant und herausfordernd.

 

 

 

Überblick und Bewertung zur Tour:

Tourenlänge 13,2 km
Gehzeit 220 min
Pfadanteil / Wegbeschaffenheit ●●●
Sehenswürdigkeiten / Ausblick ●●●
Schwierigkeit ●●●
Netzabdeckung ●●
Weiterempfehlung ●●●●

Informationen zu den Bewertungspunkten und Kriterien

GPS-Daten zur Tour: