Tegelberg Klettersteig bei Schwangau

Am 11.07.2016 ging es, am zweiten Tag unseres Sommerurlaubs, auf den Tegelberg-Klettersteig bei Schwangau.

Wir beginnen unsere Tour früh morgens am Fuße des Tegelbergs. Dort ist an der Talstation der Tegelbergbahn ein großer Parkplatz, der einen relativ entspannten Zustieg zum Klettersteig ermöglicht.

Vom Parkplatz aus hat man einen super Ausblick auf die beiden Schlösser Neuschwanstein und Neuschwangau. Diese kann man leider später vom Klettersteig aus nicht mehr sehen.

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Der circa 1 Stündige Zustieg zum Klettersteig führt zu Beginn auf einem breiten Forstweg parallel zur Rodelbahn. Nachdem man eine Weide passiert und merklich an Höhenmeter zugelegt hat, geht es über den Rautbach in den Wald. Von dort führt der weitere Weg serpentinenartig zum Einstieg.

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Kurz vor dem Einstieg ist ein kleiner Platz vorhanden, auf dem es möglich ist seine Klettersteigausrüstung anzulegen. Auf den Beginn des Steigs weist eine Hinweistafel hin.

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Solche Tafeln sind auch auf dem Zuweg zum Steig immer wieder vorhanden. Diese erklären Grundlegende Techniken und Informationen zum Klettersteiggehen. Sie wurden unter anderem für den Gelbe-Wand Klettersteig aufgestellt, der als Übungsklettersteig parallel zum Tegelbergklettersteig verläuft.

Der Gelbe Wand Klettersteig dient, durch seine deutlich weniger Anspruchsvolle Route, somit auch für Anfänger, die das Klettersteigen einmal ausprobieren wollen. Dabei ist es allerdings dennoch ratsam, einen erfahrenen Geher dabei zu haben, der einem bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.

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Nach dem Anlegen der Ausrüstung beginnen zunächst beide Steige an der gleichen Stelle.

Der erste Teil des Steigs ist somit wenig anspruchsvoll, da er sich an der Schwierigkeit des Gelben-Wand Klettersteigs orientiert.

Einige Zeit später kommt man an eine Leiter, die links von einem liegt. Ein Hinweisschild weist darauf hin, dass hier der eigentliche Tegelbergklettersteig beginnt und dieser nur begangen werden soll, wenn man bereits Erfahrungen auf ähnlichen Klettersteigen gesammelt hat.

Es gibt eine Hinweistafel, auf der eine kleine Checkliste aufgedruckt ist, auf der man sich selbst nochmals versichern kann, ob man alles bedacht hat und ob mal wirklich bereit für den Steig ist.

Unter anderem ist auf der Liste ein Punkt das Wetter. Dieses sollte sich am Nachmittag zuziehen und es sollte Gewitter geben. Aus diesem Grund sind wir auch bereits so früh am Morgen los gegangen, um nicht  nachmittags vom Gewitter überrascht zu werden, da es im Steig keinen Notausstieg gibt, um ihn frühzeitig zu verlassen.

Sollte man sich an dieser Stelle mit Hilfe der Checkliste dafür entscheiden den Steig nicht zu begehen, gibt es einmal die Möglichkeit geradeaus weiter über den Gelbe-Wand Klettersteig hinauf zum Gipfel oder den bisherigen Steig zurück ins Tal zu gehen.

Wir steigen die Leiter nach oben und gelangen schnell an die erste Schlüsselstelle des Steiges. Auf einem weiteren Hinweisschild am Anfang wird darauf hingewiesen, dass man am besten umkehren soll, wenn man bereits im ersten Teil merkt dass der Steig zu schwierig ist.

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Wir empfanden den ersten Teil als anspruchsvoll aber durchaus machbar, deshalb ging es immer weiter den Berg hinauf. Die Schwierigkeiten wechseln sich immer wieder von leicht/mittel bis schwer ab, sodass man auch immer wieder kleine Pfade hat auf denen man etwas verschnaufen kann, um die Kraft wieder etwas aufzutanken und die Arme zu entspannen. Auf circa der Mitte des Steiges gibt es eine kleine Bank, die direkt im Fels liegt. Dort befindet sich auch ein Steigbuch, in dem sich die Begeher verewigen können. Mit einer kleinen Rast verbunden haben wir dies natürlich auch getan.

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Im Anschluss folgen wir dem Steig immer weiter. Um die Mittagszeit setzte kurze Zeit etwas Regen ein, der kurzzeitig an der Wettervorhersage zweifeln lies. Zum Glück war er aber auch genauso schnell verschwunden wie er gekommen ist.

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Der komplette Steig bietet einen super Ausblick ins Tal und über die Seen rund um Schwangau. Durch seine Lage bietet er auch in der Mittagssonne guten Schutz vor der Hitze. Dies bedeutet leider aber auch, dass er nach Regenfall doch sehr lange braucht um trocken zu werden.

Nachdem wir am Ende des Steigs angekommen sind, geht es ein kleines Stück bergab bis zu einer Kreuzung. An dieser Treffen wir wieder auf den Weg des Gelbe-Wand Steigs. Von hier hat man die Möglichkeit über diesen wieder zurück ins Tal zu gehen oder weiter Richtung Gipfel aufzusteigen.

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Aufgrund des vorhergesagten Gewitters entschließen wir uns für den Aufstieg zum Gipfel um von dort mit der Tegelbergbahn entspannt ins Tal zu fahren.

Der restliche Aufstieg zum Gipfel führt vom Ausgang des Steiges über schmale Pfade, die für die Klettersteig-Begeher (egal ob Gelbe Wand oder Tegelbergsteig) keine Herausforderung darstellen sollte.

Auf dem Gipfel angekommen genießen wir noch kurz das Panorama bevor wir in der Panoramagaststätte 2 Tickets ins Tal erwerben.

Die Abfahrt mit der Bahn war sehr entspannt und angenehm. Der Preis von 12,70 € pro Person für die Einzelfahrt ist ebenfalls in Ordnung.

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Eine genaue Beschreibung und TOPO des Steigs kann man überall im Internet finden. Unter anderem zum Beispiel unter:

www.bergsteigen.com/klettersteig/bayern/ammergauer-alpen/tegelbergsteig-klettersteig-tegelberg

 

Wir haben die Tour zwar als anspruchsvoll jedoch nicht als allzu schwer empfunden. In Anbetracht der Länge und der paar Anspruchsvollen Stellen sollte man allerdings die Hinweisschilder durchaus ernst nehmen und ggf. bei Zweifeln wirklich die Ausweichroute über den Gelbe-Wand Klettersteig nehmen.

Zudem war es sehr hilfreich eine Bandschlinge dabei zu haben um zwischendurch die Arm- und Handmuskulatur zu entlasten, wenn man auf andere Kletterer warten muss.