Rothaarsteig Westerwaldvariante Teil 1

Tourenbeschreibung:

Am 30.04.2017 geht es morgens auf zu einer ambitionierten Tour. Geplant ist die Westerwaldvariante des Rothaarsteigs, die mit 71 km beschrieben ist.

Da der Rothaarsteig quasi direkt vor unserer Haustür verläuft, bietet es sich an, direkt von dort zu starten. Somit geht es morgens um 6 Uhr los auf die erste Etappe.

Haiger-Rodenbach nach Dillenburg

Gleich zu Beginn geht es steil bergauf. Da es den Morgen noch recht frisch ist, kommt die Steigung allerdings gerade gelegen, um warm zu werden. Oben auf der Höhe angekommen kann man erst einmal wieder entspannen. Der Weg schlängelt sich ein ganzes Stück geradeaus und leicht bergab das Tal entlang, bis man oberhalb von Manderbach wieder aus dem Wald kommt. Dort kann man um diese Zeit einen wunderschönen Sonnenaufgang genießen. Man kann zusehen, wie der Tau auf den Feldern nach und nach verschwindet. Die Sonne spendet zu diesem Zeitpunkt bereits schon eine sehr schöne Wärme und motiviert gleich noch mehr diese Strecke zu begehen.

 

In Manderbach angekommen folgt direkt das erste längere Teilstück auf Asphalt, bevor es wieder auf Feldwegen weitergeht. Auf der anderen Seite von Manderbach kommt zum ersten Mal an diesem Tag zu Verwirrung und ich nehme mein Navi zur Hilfe. Dieses weist mir den richtigen Weg und ich stelle im Nachhinein fest, dass es einen Wegweißer gibt, der jedoch hinter einem Gebüsch liegt und somit nicht sichtbar ist.

Nun geht es wieder bergauf in Richtung Dillenburg. Dort angekommen folge ich dem Weg wieder über jede Menge Straßen und Asphalt und suche erneut nach einem Wegweiser. Diesen habe ich auch bei genauerem Hinsehen leider nicht gefunden. Navi sei Dank, finde ich den richtigen Weg und gehe zügig über die asphaltierten Teile hinweg, bis es auf Höhe der Frohnhäuser Straße wieder hinauf in den Wald geht.

Dort schlängelt sich der Weg immer am Ortsrand von Dillenburg entlang und ich komme schnell an den dritten Punkt der Strecke, wo ich einen Wegweiser vermisse. Diesen finde ich nach kurzem Falschgehen versteckt hinter einem Baum. Zügig geht es hinauf zum Bismarcktempel, von dem aus man einen super Ausblick auf die Stadt Dillenburg mit ihrem Wahrzeichen, dem Wilhelmsturm, hat. Von dort führt ein Pfad hinab in die Stadt, vorbei am Kino, in die Fußgängerzone. Dieser folge ich bis zum Landesgestüt, bevor es wieder hinauf in den Wald geht.

Dillenburg – Fuchskaute

Der Weg durch den Wald führt hinauf in Richtung Tal Tempe, dort überquere ich die A45 und folge den Pfaden in Richtung Donsbach. Auf dem Weg begegne ich dem CO²Lehrpfad, der direkt am Rothaarsteig gelegen ist. Hier lernt man auf insgesamt 18 Schautafeln jede Menge über den Rohstoff Holz und den Nutzen des Waldes.

In Donsbach angekommen treffe ich einen altbekannten Weg wieder, den Oranierpfad, diesen habe ich an diesem Tag bereits des Öfteren gesehen und Teile von ihm passiert. Auf dem Kornberg angekommen genieße ich den Ausblick über das Dilltal, bis ich meinen Weg in Richtung Haiger fortsetzte. An der Blockhütte angekommen geht es weiter in Richtung Langenaubach, wo an der Wanderhütte neben der Kreisstraße 41 die erste Pause ansteht. Frisch gestärkt geht es vorbei an der Blockhütte hinab ins Aubachtal. Dort folgt der Weg dem Aubach hinauf in Richtung Rabenscheid.

In Rabenscheid angekommen geht es über eine kleine Brücke, die extra für den Rothaarsteig errichtet wurde. In Rabenscheid selbst vermisse ich wieder einmal eine Markierung, die ich auch nicht mehr gefunden habe. Ich folge den asphaltierten Wegen hinauf in den Wald. Von dort aus ist es nicht mehr weit bis zur Fuchskaute. Der Wegverlauf streift bis dahin noch einige Felder und Wiesen und verläuft überwiegend im Wald auf Forstwegen. Am Wegesrand befinden sich vereinzelt Informationstafeln, die über die dortige Flora und Fauna informieren.

Fuchskaute – Lützeln

An der Fuchskaute angekommen versuche ich diese so schnell es geht hinter mir zu lassen, da auf Grund des schönen Wetters an diesem Tag, dort sehr viel los war. Direkt nach der Fuchskaute war ich sehr überrascht das zweite Mal ein Schild zu entdecken, dass es erlaubt, statt dem asphaltierten Weg den Seitenstreifen zu nutzen. Das erste Schild was Selbiges erlaubt haben wir kurz zuvor auf dem Traumpfad Eltzer Panoramaweg entdeckt. Solche Schilder sind eine Wohltat für die Füße der Wanderer und es sollte mehr darauf geachtet werden asphaltierte Strecken zu vermeiden.

Kurze Zeit später finde ich eine kleine Bank am Wegesrand auf der ich mich für eine weitere kurze Pause niederlasse.

Frisch gestärkt nehme ich den weiteren Weg in Angriff. Es geht über Feld und schmale Waldwege bis nach Weißenberg. Von dort geht es lange Zeit über schlotterige und asphaltierte Wirtschaftswege nach Liebenscheid. Dort ist leider für die Wegbeschaffenheit keine Hoffnung in Sicht. Der Wegeverlauf hinauf zum Siegerland Flughafen ist ausschließlich asphaltiert. Oben angekommen merke ich schon stark, wie sehr mir an diesem Tag die Wegebeschaffenheit zu schaffen macht und ich freue mich umso mehr als es wieder auf Waldwegen weitergeht. Nach einigen Kilometern erreiche ich den Steinbruch bei Oberdresselndorf mit seinem Aussichtspunkt. Diesen lasse ich rasch hinter mir und komme zügig nach Lützeln.

 

Ich schaue auf die Uhr und rechne hoch, wie lange ich noch für den Rest Strecke brauchen würde, überprüfe meine körperliche und geistige Verfassung und stelle fest, dass die Tagesform an diesem Tag nicht die beste ist. Deshalb beschließe mich schweren Herzens die Strecke in Lützeln zu beenden. Am Sportplatz von Lützeln gibt es ein Holztor, welches für mich an diesem Tag die Ziellinie darstellt.

Auch wenn es mir schwergefallen ist, die Strecke nicht durchzuziehen, muss man auf seinen Körper hören und einsehen, dass es nichts bringt ihn über seine Fähigkeiten hinaus zu belasten. Somit lasse ich mich abholen und beschließe eine solch längere Strecke ein weiteres Mal zu gehen, wenn die Tagesform besser ist und wenn die Strecke eine angenehmere Wegbeschaffenheit aufweist.

Jedoch ist die Westerwaldvariante ja noch nicht beendet, somit werde ich bei Gelegenheit die überbleibenden ca. 25 km einmal separat laufen um die Runde abzuschließen.

 

Fazit:

Die 51km von insgesamt 71km waren anstrengend und haben mir einiges abverlangt. Im Nachhinein betrachtet war es allerdings eine schöne Tour mit schönen Ausblicken und Sehenswürdigkeiten. Einziger Nachteil der Strecke ist der meiner Meinung nach sehr große Anteil von asphaltierten Wegen. Außerdem trübt die Teilweise eher schlechte Wegmarkierung auch ein wenig das Wandererlebnis. Sehr schade, da wir aus der Vergangenheit gewohnt sind, dass die Rothaarsteigwege immer sehr gut ausgeschildert sind.

Überblick und Bewertung zur Tour:

Tourenlänge 49,2 km
Gehzeit 580 min
Pfadanteil / Wegbeschaffenheit ●●
Sehenswürdigkeiten / Ausblick ●●
Schwierigkeit ●●●●
Netzabdeckung ●●
Weiterempfehlung ●●

Informationen zu den Bewertungspunkten und Kriterien

GPS-Daten zur Tour: