Norissteig und Höhenglücksteig in Hirschbach

Unsere letzten zwei Urlaubstage verbrachten wir im Hirschbachtal in Bayern.

Am 8.5 starteten wir unsere Tour auf dem Norissteig. Er ist mit grünen Wegschildern markiert, die gut sichtbar aushängen.

Der 1928 erbaute Steig beginnt in Fischbrunn, mit einem kurzen Stück Wanderweg. Dann beginnen die Kletterstellen, für die eine Klettersteigausrüstung notwendig ist.

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Nach einem kuzen Stück an der Wand entlang, betritt man eine Höhle, durch die man hindurch gehen muss. Der Weg führt dann weiter an Felsen nahezu senkrecht hinauf.

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Weiter geht es dann zunächst wieder auf Wanderwegen, auf denen auch die Kletterabschnitte immer umgangen werden können, was diesen Steig auch für Familien interessant macht.

Über kurze Kletterfelsen, die ungesichert begangen werden, führt der Weg weiter Richtung Noris-Törle. Darunter befindet sich ein schön gelegener Rastplatz, der gut besucht ist.

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Wieder wechselt der Weg auf Wanderwege bis zur nächsten Kletterattraktion, dem Brettl. Auf Eisenstiften und an einem Drahtseil gesichert, lässt sich der Weg gut gehen.

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Der Franke-Kamin führt ca. 20 m in die Tiefe. Er ist mit Eisenstiften und Drahtseil gesichert und lässt sich gut herabgehen. Unten angekommen, können wir die Kletterkünste geübter Kletterer an der Castellwand beobachten. An diesem sonnigen Tag am Wochenende ist diese gut besucht und ein wahres Familienevent im Wald.

Das Finale dieses Steigs begegnet uns in Form der Mittelbergwand. Die 40 m hohe Wand beginnt mit einem Kamin, den wir mit Hilfe von Knien, Rücken, Hände und mit einigem Kraftaufwand entlang eines Drahtseils bestreiten. Nach einem Quergang erfolgt der letzte Aufstieg, bis wir das Gipfelkreuz mit tollem Ausblick erreichen.

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Zurück führt der Weg durch den Wald Richtung Mittelhirschbach.

Am 9.5. begannen wir die zweite Tour im Hirschbachtal, dem Höhenglüksteig. Dieser Steig wurde von 1932-37 erbaut und ist in 3 Teile unterteilt. Auch hier ist es, wie beim Norissteig, möglich die Kletterteile zu umgehen und eine Wandervariante zu gehen. Was sich auch auf einzelne schwierige Abschnitte anwenden lässt. Die Schwierigen Stellen wie die Wittmann Schikane und den dritten Teil des Steiges, sollte man nur machen, wenn man sich gut einschätzen kann, genug Erfahrung hat und die nötige Kraft mitbringt, da dort die Tritte oft sehr klein sind und wenig halt bieten.

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Aber nun zum Anfang. Wir haben die Tagesrunde am Parkplatz südlich von Hirschbach gestartet. Von dort sind es ca. 2 km durch den Wald zum Einstieg des Höhenglücksteigs.

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Alternativ kann man auch den Parkplatz bei Neutras anfahren, der dichter gelegen ist, jedoch nicht so einen schönen Spaziergang durch den Wald bietet.

Am Höhenglück angekommen, legten wir unsere Ausrüstung an und gingen den Kamin nach oben. Alternativ kann man den Einstieg in den Steig auch links an der Wand neben dem Kamin begehen. Diese Variante ist jedoch sehr viel Kräfte raubender und Kraft kann man auf den späteren Teilen noch genug brauchen.

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Oben angekommen führt der Weg eine ganze Zeitlang fast waagrecht an der Wand entlang mit meist guten Tritten, die durchaus auch für Anfänger mit ein wenig Unterstützung geeignet sind.

Auf circa der Mitte des ersten Teils gibt es eine kleine Brücke, auf der man einen schönen Ausblick über das Hirschbachtal genießen und sich vor einem etwas schwereren Teilstück, das daraufhin folgt, ausruhen kann.

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Danach geht es ein Stück bergab, bevor man auf die Wittmann Schikane trifft. Diese kann sehr leicht umgangen werden, da sie zusammen mit Teil 3 den schwersten Teil des Steigs darstellt. Sie ist zwar nicht besonders lang jedoch gibt es kaum Tritte, auf denen man gut stehen kann, somit ist sie sehr Kräfte zehrend. Deshalb empfiehlt es sich eine Bandschlinge mitzunehmen, die man unter anderem bei viel Betrieb auf dem Steig nutzen kann, um sich zwischenzeitig ein wenig auszuruhen.

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Nach der Wittmann-Schikane folgen noch ein paar Meter im ersten Teil, bevor der Ausstieg folgt und ein kleiner Wanderpfad durch den Wald zu Teil 2 führt.

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Wenn man Teil 1 beendet hat, hat man bereits das längeste Stück des Steigs abgeschlossen.

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In Teil 2 ist ein Highlight auf dem Weg, der Petrus Pfeiler, an dem man vorbei kommt. Der Pfeiler ist ein freistehender Felsen, auf dessen Gipfel ein kleines Gipfelkreuz steht. Wir fanden es schade, dass das Kreuz nicht vom Klettersteig zugänglich ist.

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Im Anschluss an den Pfeiler geht der Weg kurze Zeit später wieder bergab auf den Boden. Darauf folgt eine kurze Wandereinlage, bevor man das 2. Highlight des zweiten Teils erreicht. Dort geht es hinab in eine Höhle, in die man durch einen schmalen Schacht von oben hinab steigt, je nachdem wie groß der Rucksack ist, den man dabei hat, ist dies durchaus eine Herausforderung. Es empfiehlt sich, wenn man mit mehreren Leuten den Steig begeht, die Engstelle ohne Rucksack zu bezwingen und diesen danach durch zu reichen.

Beim Abstieg in die Höhle kann man sich nicht an einem Seil sichern, da dort keines vorhanden ist. Wem dies zu heikel ist, der kann wie fast immer auf dem Steig die Stelle einfach umgehe und kommt am Ausgang der Höhle an.

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Dort liegt auch direkt das Ende von Teil 2.

Unserer Meinung nach, war auf Grund des deutlich kürzeren Wegs, der 2. Teil des Höhenglücksteiges, der entspannteste Teil, da weniger Kraft und Technik benötigt wird.

Im Anschluss geht man einige Meter den Berg hoch, bevor man auf den Einstieg von Teil 3 trifft. Dieser ist zwar der kürzeste Teilabschnitt, jedoch hat dieser es in Sachen Kraft und Technik am meisten in sich.

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Am Einstieg wird darauf hingewiesen, dass dieser Teil nur mit guter Kondition und alpiner Erfahrung begangen werden soll, was durchaus Sinn macht, da es zwischenzeitig für den Steig verhältnismäßig tief nach unten geht. Der tödliche Unfall des erfahrenen Bergsteigers Kurt Albert im Jahre 2010 an dieser Stelle zeigt, dass man diesen Hinweis durchaus ernst nehmen sollte.

Man sollte vorallem auf die Funktionsfähigkeit der Ausrüstung achten und diese auch richtig einsetzten. Zudem empfiehlt es sich hier, noch mehr als in der Witmann-Schikane, zwischenzeitig von der Bandschlinge gebrauch zu machen.

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Teil 3 ist in 2 Abschnitte unterteilt, nach dem 1. Abschnitt, der mäßig schwer ist, gibt es nochmal einen Notausstieg, auf dem man es sich noch anders überlegen kann.

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Sollte man den 3. Teil weiter klettern, erwarten einen einige anstrengende Meter, auf denen es teilweise sehr wenig Tritte gibt und die durch einige Überhänge sehr viel Armkraft verlangen.

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Nachdem man sich jedoch durchgebissen hat, ist man umso glücklicher, wenn die letzte Kurve erreicht ist und den im Vergleich sehr einfachen Aufstieg hoch zum Gipfel geschafft hat, um dort auf der Bank den Ausblick genießen zu können.

Dieser Ausblick wird dann nur noch von dem Gefühl getoppt, den Steig geschafft zu haben und den Rest des Tages entspannt ausklingen zu lassen.

Auf dem Weg nach Hirschbach zurück, sind wir noch an einigen kleinen Höhlen, die zu dem Höhlenwanderweg gehören, vorbei gekommen.

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Alternativ zum Höhenglück kann sich auch am benachbarten Bambini Steig versuchen werden, dieser bietet einige Routen zum Ausprobieren. Es empfiehlt sich, bevor man den Höhenglücksteig in Angriff nimmt, zunächst einige Erfahrung am Norissteig zu sammeln, den man, unserer Meinung nach, nicht mit dem Höhenglück vergleichen kann. Der aber an manchen Stellen ein wenig Technik verlangt, die durchaus für den Höhenglücksteig brauchbar sind.

Aus eigener Erfahrung zeigt es sich, dass bei nassen Witterungsverhältnissen die Schwierigkeit an beiden Steigen stark zunimmt, da die Felsen durch die Feuchtigkeit sehr rutschig werden.