Kleine Luxemburger Schweiz – Region Müllerthal

Bis zum Besuch der Tour Natur hatten wir Luxemburg nicht wirklich als Wanderregion auf dem Schirm. Bei einem kurzen Bloggertreffen auf der Tour Natur in Düsseldorf am Stand von Visit Luxembourg erfuhren wir vom Müllerthaltrail und nahmen direkt einen Flyer mit. Kurz nach der Messe bestellten wir das Buch „Luxemburg: Mullerthal Trail“ von Thorsten Hoyer und spontan entschieden wir, unsere 4 freien Tage Anfang Oktober statt an die See zu fahren nach Luxemburg aufzubrechen.

Anreise

Am Vormittag des 2. Oktobers ging es los Richtung Luxemburg. Genauer nach Berdorf in ein Müllerthaltrail Hotel. Bevor wir im Hotel eincheckten, erkundeten wir erstmal die Gegend. Die ersten Eindrücke am Rande des Trail ließen viel versprechen. Steinerne Gewölbe, mächtige Felsen und bemooste Bäume empfingen uns. Die Vorfreude auf den nächsten Tag, an dem wir mit Wandern loslegen wollten, stieg.

Am Nachmittag checken wir im Hotel ein und verbringen den Rest des Tages mit etwas Erholung. Wir legen uns früh schlafen, um den nächsten Tag ausgeruht starten zu können. Leider reist relativ spät abends noch eine Reisegruppe an, die lautstark nach ihren Zimmern sucht, so dass das frühe Schlafengehen nicht viel brachte.

Der erste Tag

Frühs gegen kurz nach sieben klingelt der Wecker. Die erste Nacht im Hotel verlief eher unruhig und Raphael und ich müssen feststellen, dass wir mittlerweile scheinbar lieber im Auto schlafen, als in einem Hotel. Pünktlich um acht gehen wir Richtung Frühstücksraum, vor dem schon die 20 Gäste der französischen Reisegruppe warten, die abends angereist waren.

Als der Raum aufgeschlossen wird, stürmen diese erstmal ans Buffet und unterhalten sich lautstark beim Frühstück. Mir ist es ein Rätsel, wie man vor dem ersten Kaffee überhaupt so fröhlich, kommunikativ sein kann und der Blick in Raphaels Gesicht zeigt, dass auch er es nicht versteht. Andere Länder, andere Sitten.

Wir stellen uns an die Buffetschlange an und ergattern auch etwas zum Frühstücken. Die Hotelangestellten sind zum Glück sehr aufmerksam und füllen zügig das Buffet wieder auf.
Am Tisch warte ich dann sehnsüchtig auf meinen Kaffee. Raphael und ich versuchen erst gar nicht groß miteinander zu kommunizieren, das wäre bei der Lautstärke ein Ding der Unmöglichkeit.

Der Hotelkatze scheint es ähnlich zu gehen. Sie streift mitleidig um meine Beine, lässt sich kurz über den Rücken streicheln, bevor sie zügig den Frühstücksraum verlässt um sich eine ruhigere Ecke zu suchen.

Wir tun es ihr nach und nach 20 min Frühstückszeit verlassen wir das Hotel.

Die Tour beginnt

Draußen empfängt uns neben der kühl, nassen Luft auch gänzliche Stille. Berdorf scheint noch im Tiefschlaf zu sein und nach dem chaotisch wirkenden Frühstück ist es nahezu himmlisch diese Ruhe zu genießen.

Unsere Rucksäcke hatten wir bereits am Vortag fertig gepackt im Auto liegen lassen. Wir schnallen sie um und los geht es. Die Tour startet direkt vor dem Hotel, da der Müllerthaltrail direkt vor der Tür vorbei führt. Wir haben uns die 37km lange Tour 2 des Trails herausgesucht und schauen mal wie weit wir kommen. Gegebenenfalls kann man die Tour unterbrechen und mit einem Bus zurück Richtung Hotel fahren.

 

Wir folgen dem Weg ein kurzes Stück durch das Wohngebiet und biegen in einen breiten Feldweg ab. Dieser führt uns zum Wald, in den wir eintauchen. Auf weichen, schmalen Waldböden geht es ein Stück bergab. Das herabgefallene Laub bildet einen bunten Teppich auf dem wir die nächste Zeit laufen.

Der Pfad führt über kleine Holzbrücken und dicht an hohen Felsen entlang. Die Gegend wirkt märchenhaft verschlafen. Hinter jeder Kurve entdeckt man eine vielzahl Treppen, die an den Felsen nach oben gehen oder schmale Felsspalten, in die es uns lockt.

Es fällt uns unglaublich schwer auf dem Müllerthaltrail zu bleiben, viel zu gerne würden wir links und rechts des Weges auf Entdeckungstour gehen.

Wir markieren uns die Highlights am Wegesrand im Navi und heben sie uns für den nächsten Tag auf.

Die ersten 10 km des Weges fliegen nur so an uns vorbei und der abwechslungsreiche Weg lässt die Kilometer auch eher unscheinbar erscheinen.

Die Natur um uns herum sieht in diesem herbstlichen Mantel einfach wunderbar aus.

Immer weiter folgen wir dem Pfad, bis mir die Kilometer doch zu viel werden, wir nehmen eine Abkürzung durch den Wald und kommen nach einer gelungenen Tour auf dem Müllerthaltrail, wieder im Hotel an.

Nach einer entspannenden Dusche fallen wir ins Bett. Die vielen Eindrücke haben uns doch sehr müde gemacht.

Der zweite Tag

Am zweiten Tag wollen wir in Ruhe die ganzen markierten Punkte abgehen. Nach einem erneuten schnellen Frühstück, geht es los.

Wir entdecken Brücken, Höhlen, kleine schmale Pfade und Felsspalten und die Zeit verfliegt an diesem Tag viel zu schnell. Die Gewissheit, dass wir auf jeden Fall nochmal widerkommen müssen, festigt sich. Es entstehen unzählige Bilder an diesem Tag, auf denen wir versuchen diese schöne Landschaft einzufangen.

Am Abend sind wir noch auf der Suche nach einem netten Lokal. Leider können wir uns bei der großen Auswahl, die uns TripAdvisor anbietet nicht so richtig entscheiden. Wir diskutieren lange, welche Richtung wir essen möchten, schauen die Bewertungen der Lokale an und stellen fest, das irgendwie dann doch nicht das dabei ist, worauf wir den Abend beide Lust haben. Da wir sowieso noch tanken fahren mussten, haben wir durch Zufall an der Grenze ein Burgerhaus gefunden und waren der Meinung, dass nach den Anstrengungen des Tages ein Burger genau das Richtige wäre.

Gut gesättigt fallen wir spät ins Bett.

 

Fazit:

Der Müllerthaltrail ist wirklich lohnenswert und sicher zu jeder Jahreszeit sehenswert. Das nächste Mal werden wir mit mehr Zeit im Gepäck wieder kommen, um dann auch noch ausgiebiger wandern zu können und die lokale Gastronomie zu probieren.

Wir danken dem Team vom Müllerthaltrail für den netten Nachmittag auf der TourNatur.

 

Überblick und Bewertung zur Tour:

Tourenlänge 29,6 km
Gehzeit 450 min
Pfadanteil / Wegbeschaffenheit ●●●●
Sehenswürdigkeiten / Ausblick ●●●●
Schwierigkeit ●●●
Netzabdeckung ●●
Weiterempfehlung ●●●●

Informationen zu den Bewertungspunkten und Kriterien

GPS-Daten zur Tour: