Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler

Am Morgen des 05.06.2017 treffen wir uns um 10 Uhr mit einigen anderen Bloggern und Interessierten am Kupferbergwerk Düppenweiler, um eine exklusive Führung, die Bianca von lebedraussen.de organisiert hat, zu genießen.

Das Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler liegt in der Piesbacher Straße 67 in 66701 Beckingen-Düppenweiler.

Koordinaten: 49° 24′ 45.88″ N, 6° 46′ 58.92″ E

Nähere Infos über Öffnungszeiten findet ihr auf der Homepage der Gemeinde Beckingen www.beckingen.de .

Begrüßung

Wir werden von Karl Rudi, einem sympathischen Herrn, der ehrenamtlich für das Bergwerk tätig ist, freundlich empfangen. Er stattet uns erst einmal mit dunkelroten Schutzkitteln und weißen Helmen aus. Wer möchte bekommt noch eine Lampe, die in einer alten Ledertasche mitgeführt wird.

Nachdem alle ausgestattet sind, beginnt unsere exklusive Führung. Karl Rudi beginnt noch Übertage mit den wichtigsten Informationen über das Bergwerk.

Die wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten 🙂

Die Geschichte des Bergwerks

Es heißt: „Das Düppenweiler Kupferbergwerk ist von einem Innwohner daselbsten Nahmens Junkmann mit dem Pflug an dem Weltersberg anno 1723 gefunden worden.“

Danach gab es verschiedene Betreiber des Bergwerks, die kurze Abbauphasen betreuten, aber lange Zeiten lag die Mine oftmals stillgelegt einfach nur da.

Gestartet wurde 1725 mit dem Abbau durch Wallone Remacle de Hauzeur, er hatte den größten Abbauerfolg von allen Betreibern. Allerdings wurde der Betrieb nach einem Rechtsstreit 1735 eingestellt und erst 1757 von Herren von Hagen und Jean de Dauphiné wieder aufgenommen. Es folgten weitere Betreiber und Abbauphasen in den folgenden Jahrzehnten. Aber keiner davon so erfolgreich wie Wallone Remacle de Hauzeur.

Zuletzt versuchte die Dillinger Hütte (1824-1828 und 1915-1916) sich an dem Abbau, doch dieser war wenig erfolgreich, somit wurde der Abbaubetreib endgültig eingestellt.

Alle Betreiber hatten mit den Wassermassen Untertage zu kämpfen.

Die Entstehung des Besucherbergwerks dauerte auch einige Zeit. Die erste Überlegung entstand 1986. Konkret wurde es aber erst 1992, als der Förderverein Kupferbergwerk Düppenweiler e.V. gegründet wurde. Der auch die Trägerschaft übernahm. Das Ehrenamtliche Helferteam hat viele Arbeitsstunden, Schweiß und Herzblut in dieses Bergwerk gesteckt, um ca. 600 m Stollen freizulegen und vier Schächte (mit Teufen von 10 bis 18m) mit Schachtaufbauten sowie die Bergwerkskapelle zu errichten.

In 2010 folgte dann endlich die Einweihung des Bergwerksareals, dass wir nun entdecken werden.

Wir fahren ein

Wir fahren über einen Seiteneingang in die Stollen ein. Da ich selbst keine Lampe habe und meine Vorder- und Hintermann/frau leider auch nicht, stehen wir erst einmal im Dunkeln. In der Ferne sehen wir das Flackern der Lampen der Anderen und Karl Rudis stimme. Wir gehen langsam einen Schritt vor den anderen und tasten uns an der Wand entlang. Langsam gewöhnen sich die Augen an die Lichtverhältnisse.

Die Gruppe haben wir schnell wieder eingeholt und Karl Rudi erzählt uns von den Abbauten und den verschiedenen Abbauphasen.

Wir erreichen den ersten Schacht. Wie wir erfahren ein Wetterschacht, der für ausreichend Sauerstoffzufuhr sorgen soll.

Am Rande des Weges steht das Wasser und auch die Wege sind recht feucht. Die Problematik, die die Betreiber des Werkes hatten sind sehr offensichtlich zu sehen.

Die Gänge sind sehr schmal und nicht sonderlich hoch, was zur Folge hat, dass wir alle des Öfteren mit den Helmen gegen die Decke stoßen. Was wir beim Einkleiden eher als schönes Detail zur Führung aufgefasst hatten, machte sich jetzt als sehr sinnvolle Ausrüstung bemerkbar. Der Helm tat seinen Dienst allemal. Ohne ihn hätten sich definitiv einige Beulen am Kopf entwickelt.

Das Bergwerk ist an wenigen Stellen mit ein paar Lampen ausgestattet, um die sich allerhand Insekten tummeln. Öfters müssen wir mitten hindurch und es empfiehlt sich dabei den Mund geschlossen zu halten.

Um den Anschluss nicht zu verlieren geht es schnell durch die Insektenflut. Bei den vielen Abzweigen im Stollen, sehen wir zu schnell hinterher zu kommen, bevor wir falsch abbiegen und uns in diesem Labyrinth verlaufen.

Dann fahren wir aus und sind eine ganzes Stück weit von der Stelle entfernt, wo wir eben noch eingefahren waren. Die Orientierung hatte ich dort unten völlig verloren. Karl Rudi kennt die Gänge aber Gott sei Dank wie seine Westentasche und führte uns sicher hindurch.

Mystallica Führung

Es geht ein Stück Übertage über das Bergwerkareal. Kurz darauf erreichen wir den neuen Barbara Schacht, der zwischen 1996/1997 neu errichtet wurde aus Stahl und Beton. Er wurde benötigt, um es mehreren Gruppen zu ermöglichen, das Bergwerk zu erleben. Der Schacht ist überbaut mit einem Schachthaus, der sogenannten Kaue.

Karl Rudi öffnet uns die Tür und in Mitten dieses Hauses führt eine Treppe aus Holz tief hinunter. Bevor wir uns in die Tiefe wagen, gibt uns Karl Rudi eine Demonstration von der Multimediashow Mystallica.

Die Mystallica ist eine spezielle Führung durch das Bergwerk. Es zeigt via Licht- und Toninstallation die Geschichte des Bergbaus und die Entstehung der Erze, die in Düppenweiler vorzufinden sind.

Wir steigen die endlos erscheinenden Treppen hinunter und bei jeder Zwischenplattform sieht man die verschiedenen Erze und Gesteinsformen. Nun begehen wir den Teil des Bergwerks, der für die offiziellen Führungen vorgesehen ist. Immer wieder begegnen uns im halbdunklen die fleißigen Bergarbeiterfiguren, die uns einen Eindruck davon geben, wie die Arbeit damals so war.

Wir bestaunen die engen und verwinkelten Gänge, die sie geschaffen haben. Auch fragen wir uns, wie beschwerlich diese Arbeit wohl gewesen sein muss, in dieser Enge, ohne Tageslicht. Karl Rudi informiert uns noch, dass die Arbeiter auch ihre Ausrüstung selbst organisieren mussten und nur kleine Grubenlampen hatten. Auch eine Rente oder ähnliches gab es für die Arbeiter nicht. Konnten sie in der Mine nicht mehr arbeiten, waren sie auf sich gestellt und Fern von der Heimat blieb da betteln oder sterben.

Dort wird uns in Erinnerung gerufen, wie gut die Arbeitsbedingungen für uns heutzutage doch sind.

Wir nehmen noch einmal eine Abzweigung, die für die offizielle Führung verborgen bleibt, um kurze Zeit später wieder auf offiziellen Wegen weiterzugehen.

Wieder Tageslicht

Wieder im Tageslicht angekommen schauen wir uns noch das Außengelände näher an. Etwas den Berg hoch, erwartet uns die Bergwerkskapelle. Diese wurde durch den Verein nach historischen Vorbildern wieder aufgebaut. Der Holzblockbau thront oben über dem Bergwerk. Das Dach wurde ebenfalls historisch hergerichtet, indem es mit Biberschwanzziegeln versehen wurde. Das Glockentürmchen ist, wie sollte es anders sein, ganz in Kupfer gefasst.

Wir machen noch einen kurzen Abstecher zur Schmelzhütte, die auch mit Multimediakonzept ausgestattet ist. Diese ist frei zugänglich, sodass Wanderer dort spontan Informationen über das Bergwerk und die Anlage dort erhalten können.

An den „Düppenweiler Schmelzertagen“ kann man an zwei Tagen die Anlage auch in vollem Betrieb erleben. Man kann erleben, wie das Erz gewaschen und geröstet wird, auch das Schmelzen in den drei Schmelzöfen wird gezeigt. Dazu gibt es viel Kulturelles und auch ein spezielles Kinderprogramm, ebenso wie eine Führung durch das Bergwerk.

Nach dieser authentischen und begeisternden Führung geht es für uns noch weiter mit einer Wanderung rund um den Litermont Gipfel.

Vielen Dank an Bianca von lebedraussen.de für das Organisieren und natürlich vielen Dank an Karl Rudi für die eindrucksvolle, informative und tolle Führung durch euer Bergwerk.

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