Der Schützensteig am Jenner

 Tourenbeschreibung:

Am 25.05.2017 starten wir eine Tagestour, die aus der Kombination von Wandern und Klettersteig besteht. Wir parken vormittags auf dem Hinterbrand Parkplatz nahe der Jenner Mittelstation. Da zu diesem Zeitpunkt sich die Jennerbahn noch im Neubau befindet, gibt es nur die Möglichkeit, zu Fuß auf den Berg zu kommen.

Zustieg zum Schützensteig

Der Weg zum Schützensteig führt unser Weg grob in Richtung Jenner Gipfel. Zunächst geht es vom Parkplatz ein Stück durch den Wald, bis wir die ehemalige Mittelstation der Jennerbahn erreichen.

Von dort schlängeln wir uns über Serpentinen am Rande der Skipiste den Berg hinauf. Nach einer längeren Querung mit einer super Aussicht auf die Anlegestellen am Königssee und den Grünstein, folgen wir dem geschotterten Normalweg ein Stück bergauf bis zur Mittelkaseralm.

Diese lassen wir direkt links liegen, da wir erst kurz zuvor gefrühstückt haben. Ab der Mittelkaseralm geht es nochmal steil bergauf, diesmal über asphaltierte Pfade, nach einer Kehre und einem weiteren Anstieg können wir bereits das Gipfelkreuz des kleinen Jenner sehen.

Dort angekommen bewundern wir die Wolken, die schnell durchs Tal ziehen und einen kühlen Wind über den Berg wehen lassen.

Unterhalb des Gipfelkreuzes gibt es bereits eine Infotafel zum Klettersteig und einen kleinen Wegweiser, der uns über einen schmalen steinigen Pfad hinab zum Klettersteig führt.

Die Begehung des Schützensteiges

Am Einstieg angekommen legen wir direkt unsere Klettersteigausrüstung an und starten in den Steig. Der Schützensteig ist mit der Schwierigkeitskategorie B nicht besonders schwer, er ist zudem auch nicht besonders lang, jedoch ist er dennoch reizvoll auf Grund der schönen Aussicht ins Tal. Zudem bietet er noch eine kleine Besonderheit, die auch nicht jeder Klettersteig hat. Aber dazu gleich mehr.

Der Beginn des Steiges fängt mit einem schmalen Abstieg an, der direkt an eine Felswand führt. Passiert man die Felswand, genießt man einen weiteren schönen Ausblick ins Tal und kommt zu der angekündigten Besonderheit des Steigs.

Dies ist ein Flying Fox, der geschätzt 10 Meter über den Abgrund führt. Dort sind 2 Seile über den Abgrund gespannt, ein dünneres, an dem eine Laufrolle befestigt ist und zusätzlich ein dickeres Sicherungsseil in das man sein Klettersteigset einhängt. An der Seilrolle befestigt befindet sich eine Daisy Chain mit einigen Haken, von denen man je nach Körpergröße den richtigen verwenden kann. Diesen hakt man einfach zusätzlich in seinen Gurt ein und stellt sich auf den kleinen Drahtbügel vor sich. Nun lässt man sich einfach in den Gurt fallen und man rutscht am Seil entlang auf die andere Seite. Dort angekommen hakt man sich aus der Rolle wieder aus. Die Seilrolle wird automatisch über ein Hilfsseil wieder auf die andere Seite befördert. Ist man jedoch nicht so abenteuerlustig, den Flying Fox zu nutzen, kann man diese Stelle auch bequem an der Felswand umgehen.

Auf den Flying Fox folgen ein paar Meter am Fels entlang, mit Unterstützung von zahlreichen Eisenbügeln. Nach kurzer Zeit erreicht man die Hängebrücke, nach der man sich entscheiden kann, den Weg weiter zu gehen oder auf Grund von Kraftmangel oder sonstiges den Notausstieg zu nutzen. Dieser führt einen zurück auf den Zustiegspfad.

Wir gehen natürlich weiter und kommen an eine gerade hohe Wand, an der mitunter die „schwierigste“ Stelle des Steiges ist, die mit B bewertet ist. Wieder unterstützt durch einige Eisenbügel erreichen wir kurze Zeit später einige Holzstufen. Diese führen uns direkt am Fels weiter nach oben in Richtung Gipfel.

Zwischendurch müssen wir immer wieder einmal auf den Aus- und Tiefblick verzichten, da die Wolken an uns vorbeiziehen und den Schützensteig in einen dichten Nebel hüllen.

Nach dem erfolgreichen passieren der Holzstufen folgen noch einige Meter über 2 Pfeiler, bis wir den Gipfelgrat erreichen. Dort fällt auf, dass das Seil teilweise direkt am Boden angebracht ist. Dadurch ist es zeitweise nötig etwas gebückt zu gehen um das Klettersteigset nicht dauerhaft auf Spannung zu halten.

Am Grat, kurz unterhalb des Gipfelkreuzes, gibt es eine kleine Bank am Fels, die wir für eine kurze Pause nutzen. Dort genießen wir ein weiteres Mal den grandiosen Ausblick und inspizieren schon einmal unser nächstes Tagesziel aus der Ferne. Nach der Rast gehen wir die letzten Meter den Grat hinauf zum Gipfelkreuz des kleinen Jenner.

Dort angekommen gehen wir ein Stück bergab und verstauen unser Klettersteigequipment wieder in unseren Rucksäcken. Anschließend geht es zurück auf den Weg von der Mittelkaseralm zur Jenner Bergstation.

Der Weg zum Jennergipfel

Auf dem Weg zur Bergstation angekommen, geht es von dort noch einige Meter bergauf über den asphaltierten Pfad, bis wir die Bergstation des Jenners erreichen, diese umgehen wir direkt und steigen die letzten Höhenmeter auf zum Gipfel.

Kaum sind wir dort angekommen und genießen kurz die Aussicht ins Tal und auf den Königssee, ist diese Aussicht auch schon binnen Sekunden verschwunden. Nun sitzen wir in einem dicken Wolkenband, die Sicht beträgt nur noch weniger Meter und die Temperaturen fallen merklich.

Wir nutzen die Zeit für ein Päuschen und nach ca. 15 Minuten sind die Wolken genauso schnell verschwunden wie sie gekommen sind.

Nachdem wir somit doch noch einmal die Aussicht genießen können, treten wir den Rückweg zum Auto an.

Der Rückweg

Dieser ist allerdings in diesem Falle wenig spektakulär, denn er führt uns wieder hinab zur Mittelkaseralm. Von dort aus über den gleichen Weg zurück, über den wir auch schon aufgestiegen sind.

Fazit:

Es war eine sehr schöne Tagestour, mit einem kurzen aber interessanten, wenn auch nicht schweren, Klettersteig. Besonders imposant waren die zeitweisen Wolkenfelder, die wie aus dem Nichts auftauchten und auch genauso wieder verschwanden. Darüber hinaus war es toll, dass der Gipfel an diesem Tag nicht so überlaufen war. Man konnte dort oben in Ruhe das Bergpanorama und die Aussicht genießen. Dies liegt mit Sicherheit aber auch daran, dass die Jennerbahn außer Betrieb ist.

Überblick und Bewertung zur Tour:

Tourenlänge 12,4 km
Gehzeit 240 min
Pfadanteil / Wegbeschaffenheit ●●●
Sehenswürdigkeiten / Ausblick ●●●●
Schwierigkeit ●●●
Netzabdeckung ●●●
Weiterempfehlung ●●●

Informationen zu den Bewertungspunkten und Kriterien

GPS-Daten zur Tour: