Auf die Zugspitze durch das Reintal

Am dritten Tag in Garmisch war die Wetterprognose nun endlich so, dass wir aufbrechen wollten. Am Abend vorher haben wir unsere Rucksäcke gepackt. Geplant hatten wir die Tour durch das Reintal auf die Zugspitze in 2 Tagen hinauf mit Übernachtung auf der Knorrhütte und mit einem Tag Abstieg über Gatterl in Richtung Erwald.

Wir starten morgens um 5 Uhr am 16.07.2016, nach einer kurzen Nacht, von der Olympiaschanze in Garmisch. Schnell bewältigen wir die ersten Meter bis zur Partnachklamm.

Auf Grund der Feuchtigkeit in der Klamm und dem Umstand geschuldet, dass wir vorher schon durch die Klamm gegangen sind [Bericht zur Partnachklamm], haben wir uns dafür entschieden den Weg oberhalb der Klamm zu nehmen.

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Die Ausblicke oberhalb der Klamm im Morgengrauen waren sehr beeindrucken und man hat schnell gemerkt, dass es die richtige Entscheidung war, auch wenn dieser Weg einige zusätzliche Höhenmeter bedeutet.

Am Ende der Klamm angekommen setzten wir unseren Weg in das Reintal fort. Langsam aber sicher wird es immer heller und die Sonne kämpft sich durch die Wolkendecke. Ein paar Meter vor der Bockhütte genießen wir bei einer kleinen Pause etwas den Ausblick bevor es weiter geht.

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Die erste größere Pause haben wir für die Reintalangerhütte geplant. Dort angekommen haben wir uns allerdings dazu entschlossen den Weg doch noch etwas weiter zu gehen und oberhalb der Hütte in einem Geröllfeld etwas zu pausieren.

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Im Anschluss an das Geröllfeld kommen wir auf eine große Weide, auf der zahlreiche Schafe weideten. Nach der Weide wird der Weg merklich steiler.

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Bis zur Knorrhütte führt der Pfad über loses Geröll einige 100 Höhenmeter nach oben. Da nun die Sonne recht stark durch die Wolken gedrungen ist, ist der Aufstieg auf diesem Stück sehr schweißtreibend. Jedoch wird man für die Strapazen mit einem atemberaubenden Ausblick durch das Reintal belohnt.

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Um die Mittagszeit kommen wir auf der Knorrhütte an und genießen erst einmal bei einem leckeren Teller Linseneintopf eine längere Mittagspause, bis wir uns dazu entschließen den Weg in Richtung Gipfel doch noch am gleichen Tag zu begehen.

Ab der Knorrhütte überqueren wir die Schneefallgrenze. Dadurch, dass die Tage vorher Neuschnee gefallen ist, wird die Schneedecke von Meter zu Meter höher und der Weg dadurch auch deutlich anstrengender.

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Nach einiger Zeit auf dem Zugspitzplatt angekommen ist die Schneedecke bereits 30-40 cm tief und der Gipfel liegt in dichtem Nebel eingehüllt.

Zwischenzeitig können wir immer mal wieder kurzzeitig die Sonne genießen , sodass die Temperaturen auf dem Schnee sehr angenehm sind.

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Am anspruchsvollsten ist das letzte Stück vom Zugspitzplatt hinauf zum Gipfel, da man den Weg hinauf nur erahnen kann und das lose Geröll unter der Schneedecke oft sehr instabil ist.

Je dichter wir dem Gipfel kommen, desto kühler und ungemütlicher wird es. Auf den letzten 100 Metern heißt es dann nochmal Kräfte mobilisieren bis die Bebauung des Gipfels in Sichtweite ist.

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Am Münchner Haus angekommen kümmern wir uns zunächst einmal um Schlafplätze für die Nacht. Da es im Münchner Haus nur eine sehr begrenzte Anzahl von Plätze gibt, waren nur noch Plätze im Notlager über.

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Diese waren uns aber deutlich lieber, als bei starkem Wind und Temperaturen um den Gefrierpunkt auf der Terasse des Münchner Hauses zu Biwakieren.

Nach einer relativ unruhigen Nacht im Notlager stehen wir am nächsten Morgen recht früh auf und freuen uns auf das schöne Wetter und den schönen Ausblick der durch den Wetterbericht vorhergesagt wurde.

Leider hat sich an diesem Tag die Wettervorhersage geirrt und wir haben noch genauso dichten Nebel wie am Abend zuvor. Zudem hat über Nacht noch Tauwetter eingesetzt, welches den Schnee und das Eis sehr nass und rutschig gemacht hat.

Da wir den Urlaub noch einige Touren vor uns haben, beschließen wir bei diesen eher schlechten Bedingungen die Bahn ins Tal zu nehmen und bei einer nächsten Tour auf der Zugspitze den Weg über das Gatterl zu nehmen.

Wir kaufen uns also 2 Tickets ins Tal für 31,50€ pro Person und nehmen die erste Seilbahn hinunter aufs Zugspitzplatt.

Von dort fahren wir nach einer 3/4 Stunde Aufenthalt mit der Zahnradbahn zurück nach Garmisch, wo wir vom Bahnhof noch 2 km Fußweg zu unserem Auto haben.

 

Fazit: Eine längere und anstrengende aber auch sehr schöne  Tour, die uns Dank Neuschnee etwas Nerven gekostet hat und auf der wir einige nette Menschen kennenlernen durften.

Wir werden wiederkommen 🙂 Nächstes mal dann hoffentlich ohne Neuschnee und mit etwas mehr Weitblick auf dem Gipfel.